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Loslassen | Maia Damianovic |
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Fortsetzung von Seite 1 |
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Begriffe: |
... um eine Instrumentalisierung
des Verhältnisses von Kunstwerk und
Möglichkeit von Kunst als Aktualität statt mittelbarer
Repräsentation. Solche Praktiken erproben Verbindungen
zu den verschiedensten gesellschaftlichen,
kulturellen und politischen Gegebenheiten. Dabei
werden die Spielräume der Kommunikation zwischen
Werk und Publikum nicht bloß untersucht, sondern
auch erweitert. |
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Performative Interaktion |
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Green Gel |
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The Invisible Line |
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Handmates |
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Tie or Untie |
Walde lehnt die Aufspaltung in E- und U-Kultur ab und
bleibt dabei in hohem Maß präzise. Seine Arbeit gewährt
eine Art der Wechselseitigkeit, die über das
bloß Sicht- oder Lesbare hinausgeht. Sie verstärkt
zudem die Rolle des Individuums innerhalb dessen,
was Julia Kristeva als „InterSubjektivität" bezeichnet
hat: In der performativen Situation einer Vielzahl von
Subjektivitäten eine einheitliche Stimme zu geben,
und etwas Persönliches, ein Geheimnis vielleicht,
öffentlich und gemeinschaftlich werden zu lassen. |
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The Big Perch |
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Loosing Control |
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Was einen „kritischen Populismus" angeht, neigen
Waldes Projekte dazu, eine eher leicht zugängliche,
ja spielerische Kunstauffassung zu entwickeln, die
eine breitere Öffentlichkeit als das übliche Insider-
Publikum erreicht. Die Arbeit lädt Menschen dazu
ein, sich zu engagieren und teilzuhaben, zwingt sie
aber nicht dazu. Ein solches unmittelbar erfahrungsbezogenes
Werk bringt eine Verschiebung im Realitätsparadigma
mit sich, die das „Wirkliche" gegen
eine zunehmende „Virtualisierung" des Lebens setzt.
Lygia Clark, die gemeinsam mit Helio Oiticica die
Bewegung der Neokonkreten in Brasilien anführte,
ersetzte die modernistische Vorstellung vom Künstler
als einem Performer durch ein offeneres, wechselseitiges
Modell. Von einem kunsthistorischen Standpunkt
aus waren diese Künstler, gemeinsam mit
Avital Geva aus Israel, die ersten Praktizierenden
einer performativen Interaktion, bei der es um Vielfalt
statt um Standardisierung ging. Ihre Arbeit wurde
zum Vorläufer der Ideen von „unmittelbarer Erfahrung" und „kritischem Populismus" in der Kunst.
Walde gehört zu dem kleinen Kreis zeitgenössischer
Künstler, die diesen Weg auf eine eigenständige
Weise weiterverfolgen. Seine Fähigkeit, eine Reihe
von ästhetischen Paradigmen und historischen
Präzedenzfällen zusammenzuführen (und dann vielleicht
zu durchbrechen), ist ebenso einzigartig wie
vielschichtig. |
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Obwohl Green Gel, ein auf dem Fußboden
oder der Straße plazierter schleimiger Klumpen aus
leuchtend gallertartigem Material, einen zweifellos
reizvollen Anblick bietet, ist es nicht gerade ein Publikumsliebling,
sondern hat eher etwas Verstörendes.
Seine Präsenz ist attraktiv und verwirrend zugleich,
es wirkt ansprechend, aber erscheint auch als giftig:
Es ist das „unbekannte etwas". Statt unser ästhetisches Verlangen zu befriedigen, versucht Walde, die Wahrnehmung zu verkehren, ... (Fortsetzung nächste Seite) |
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AutorInnen: |
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Maia Damianovic |
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